Drei Themen zum Handelstag (12.02.2015) im DAX

- Verpasste Gelegenheiten - Emotionen - Ablenkung - Einstiegsgelegenheiten
 
- Umgang mit Verlusttrades - jeder macht Verlusttrades - vom Anfänger bis zum Profi
 
- Hebeleffekt beim Handel mit CFD´s - für Anfänger, die sich nichts darunter vorstellen können, was das in Zahlen überhaupt bedeutet.

Ich möchte einmal den gestrigen Tag (12.02.2015) Revue passieren lassen.
Der DAX startete einen dynamischen Anstieg. Im Stundenchart konnten die Bären den Trend-EMA 25x5 nicht wieder nach unten durchbrechen und die Bullen übernahmen wieder klar die Dominanz. Der DAX wurde dann ziemlich schnell nach oben gekauft.




Jetzt gibt es zwei Möglichkeiten - Sie waren im Markt drin oder haben die Gelegenheit aus irgendwelchen Gründen verpasst. Machen Sie nicht den Fehler und malen sich aus, wie viel Gewinn Sie schon hätten machen können oder wie viel Gewinn Ihnen entgangen ist. Vielleicht hätten Sie ja auch mit diesem Trade ihren letzten Verlustrade wieder wettgemacht? Manche rechnen dann vielleicht die Punkte aus und ärgern sich über die verpasste Gelegenheit. Sie sind sauer auf sich und den Markt und ziemlich aufgewühlt. Machen Sie auf alle Fälle nicht den Fehler und springen einfach blindlings auf den fahrenden Zug auf. Das kann leicht nach hinten losgehen. Vielleicht hatten Sie schon Erfahrungen im ganz kurzfristigen Bereich im 1 Min. Chart gemacht? In die Bewegung mit aufgesprungen und der Kurs hat sich dann genauso schnell wieder gegen Ihre Position gedreht und Sie mit Verlust aus den Markt gegekegelt. Steigen Sie Emotional nicht darauf ein.

Jammern Sie nicht über die verpasste Gelegenheit, sondern gehen Sie sachlich an die Sache ran. Wo ergibt sich eine Einstiegssituation? Lassen Sie sich nicht ablenken durch das hätte, hätte..., sondern richten Sie Ihre Aufmerksamkeit auf die aktuelle Situation. Was macht der Markt gerade? Wie kann ich sauber einsteigen, mit einem Einstieg, den ich auch begründen kann! Also nicht einfach nur reinspringen auf gut Glück. Das hätte dann nichts mit Traden zu tun. Wechseln wir einmal zum 5 Min. Chart. Arbeitstechnisch bedingt war ich bei dem dynamischen Ausbruch nicht dabei. Kein Problem, Schnee von gestern. Bei 10.910 Punkte beruhigte sich das ganze und ab hier konnte ich mich der Marktlage erst wieder widmen.




Der Kurs ging leicht zurück und bewegte sich dann etwas seitwärts. Mein Gedanke war hier: es bildet sich eine Spike and Ledge mit einem Ausbruch nach unten bis zur Konfluenzregion. Also 10.52 h eine Shortpositon eröffnet, die dann sofort beim Erreichen der Konfluenzregion in eine Longsposition verwandelt worden wäre, um den weiteren Anstieg mitzunehmen. Diese Position wurde dann jedoch schon wieder um 11.06 geschlossen als ich dann bemerkte, dass ist keine Spike and Ledge. Es bildet sich eine Tassen-Henkel Formation. Der Kurs macht also während eines dynamischen Anstiegs eine Kaffeepause zum Verschnaufen, bevor es weitergeht.





Also schnell reagiert und 11.11 h., die Uhrzeit war Zufall, eine Longposition eröffnet. Eigentlich sollte man bei einer Tassen-Henkel- Formation erst mit Ausbruch über den Tassenrand die Long-Position eröffnen, jedoch sprachen alle Faktoren für eine Vollendung der Formation. Kursziel schnell zur Orientierung eingezeichnet - entspricht der Strecke vom Tassenboden bis zum oberen Tassenrand. 11.50 h wurde die Position geschlossen.

Verlusttrades macht jeder

Egal ob Sie schon seit zwanzig Jahren traden oder drei Monate. Verlusttrades gehören nun einmal dazu! Sie müssen lernen, Emotional damit umzugehen. Auch wenn Sie Ihre Computermaus an die Wand klatschen könnten, bringt Sie das nicht wirklich weiter, sondern erhöht noch Ihren Verlust , da Sie eine neue Maus kaufen müssten. Wichtig ist, dass Sie lernen, Ihre Verlusttrades gering zu halten. Sie können bei einer Quote von 50 %, also bei der Hälfte Ihrer Trades verlieren Sie und bei der anderen Hälfte gehen Sie mit Gewinn raus, unterm Strich Gewinne erzielen. Die Trefferquote ist nicht das A und O. Vielleicht hat ein anderer Trader eine Trefferquote von 60 %, aber wenn seine Verluste im Gegensatz zu seinen Gewinntrades zu hoch sind, dann kann das Endergebnis negativ sein.

Hebelfeffekt bei CFD´s

Kommen wir zum Hebeleffekt beim Handel mit CFD´s. Wer noch nie mit CFD´s gehandelt hat oder vielleicht noch nicht einmal CFD´s kennt, für den ist es bestimmt ganz interessant zu erfahren, wie das ganze in Zahlen aussieht. Das Produkt heißt "Deutschland Kassa". Das bedeutet ein Punkt im DAX zählt 25 EUR. Für Anfänger sehr gefährlich, weil es Sie zerreißen kann. Wenn Sie hier nicht ausreichend Luft haben, um Ihren Stopp technisch korrekt zu setzen, dann könnten Sie sehr oft, viel zu früh ausgestoppt werden. Bei dem Trade mit der Tassen-Henkel-Formation konnte der Stopp direkt unter dem Tassenboden platziert werden. Würde dieser angesteuert werden, dann wäre das ganze hinfällig und die Formation ungültig. Jedoch lag das Kursziel und der mögliche Gewinn höher, als der mögliche Verlust, wenn der Stopp ausgelöst worden wäre. Nach Vollendung des Henkels konnte der Stopp unter dem Henkel nachgezogen werden. Wie sieht das ganze in Zahlen aus?




Sie sehen, da sitzt ganz schön Dampf hinter. Auch ist hier ersichtlich, das 2 von 4 Trades (2 am 11.02. und zwei am 12.02) mit Gewinn geschlossen werden konnten und unterm Strich ein absolut positives Ergebnis erzielt werden konnte. Für ein CFD müssen Sie eine Margin (Hinterlegungssumme bzw. eine Sicherheitsleistung, die vom Trader hinterlegt wird) von 700 EUR einsetzen. Anfänger sollten nicht höher als 1 Punkt = 1 EUR gehen. Dort ist dann die Margin auch wesentlich geringer.
Denken Sie auch immer daran, dass beim Handel mit CFD´s der Verlust die Höhe des eingesetzen Kapitals übersteigen kann.
Ich hoffe, dieser kleine Ausflug gibt Ihnen neue Impulse für Ihr Handeln. Ich wünsche Ihnen erfolgreiche Trades und sage nur noch

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Achim Leckschas